Die entscheidene Frage für viele PC-Bastler: Welche CPU nehme ich ? Doch die Rechenkraft des Prozessors entfaltet sich nur, wenn er mit den passenden Komponenten zusammenspielt: Deshalb sollten Sie auch Hauptplatine und Arbeitsspeicher sorgfältig auswählen. Beim Prozessor heißt es zunächst: AMD oder Intel ? Denn die Entscheidung für eine der beiden Plattformen bestimmt auch, welche Hauptplatine und welchen Arbeitsspeicher Sie im Eigenbau-PC einsetzen können. 
 

Auswahl 

 
Prozessor 
AMD oder Intel: Was für viele Experten eine Glaubensfrage ist, sollten Sie in erster Linie nach dem Einsatzzweck des PCs und dem verfügbaren Budget entscheiden. Mit der Prozessorreihe Core 2 Duo liegt Intel derzeit in allen Belangen (Anwendungen, Codieren, Spiele) vor den AMD-Angeboten in der selben Preisklasse. Auf jeden Fall sollten Sie Ihren Eigenbau-PC mit einer Doppelkern-CPU bestücken. Sie wollen schließlich einen leistungsfähigen und zukunpftsicheren Rechner zusammenstellen. Der Einstieg in den Doppelkernbereich beginnt bei rund 50 Euro für den Intel Pentium D 805 oder AMD Athlon 64 X2 3600+. Hier ist AMD der Vorzug zu geben, da X2-Modelle bei gleichen Tempo deutlich stromsparender arbeiten, als die Modelle aus Intel D800 und D900 Serie. Die Top Prozessoren von AMD und Intel, der Athlon 64 FX-62 und der Core 2 XE X6800, sprengen mit Preisen von rund 800 bis 1000 Euro das Budget der meisten PC-Bastler. Außerdem ist ihre Leistung nicht um so viel höher, dass sie diese hohen Preise rechtfertigen. Mit der Entscheidung für AMD oder Intel klären Sie auch die Sockel-Frage: Die aktuellen AMD-CPUs finden Sockel AM2 Platz, Intel-Prozessoren benötigen den Sockel 775.  
 
Hauptplatine 
Für den Eigenbau-PC greifen Sie am besten zu einer Platine im Standard ATX-Format. Für Intel empfiehlt sich eine Platine mit Chipsatz 945P/G oder PL - sie unterstützen die CPUs aus der Pentium D und 4 Serie und kosten zwischen 50 und 100 Euro. Für ein Core-2-Duo-Prozessor muss eine Platine mit den Chipsatz P965 oder 975X her.
Für AMD Prozessoren finden derzeit in einer Platine mit Nvidia-Chipsatz den besten Untersatz: Platinen mit Nforce 560 gibt's für rund 50 Euro, für den besser ausgestatteten Nforce 750 werden rund 120 Euro fällig.
Bei Platinen mit den erwähnten aktuellen Chipsätzen sind einige Ausstattungsmerkmale heute quasi Standard, etwa ein integrierter 7.1 fähiger Soundchip und die entsprechenden Audio-Anschlüsse. Auch eine Raid-Funktion findet sich häufig - entweder im Chipsatz integriert oder durch einen Zusatzchip. Bei Hauptplatinen ab der mittleren Preiskategorie von 60 bis 70 Euro sollte auch ein netzwerkanschluss mit Gigabit-Tempo dabei sein. bei billigeren Modellen ist es üblicherweise Ethernet mit 100 MBit/s. Teurere Platinen zeichnen sich noch durch Firewire-Ports, einen zweiten GB-Lan-Anschluss oder einen höher- wertigen Audio-Chip aus.  
 
Arbeitsspeicher 
Die aktuellen Chipsätze unterstützen zur zeit DDR2-1066 -RAM. Mit dem etwas günstigeren, aber kaum langsamer DDR2-800-RAM kommen die Platinen ebenfalls zurecht. Wie viel RAM braucht Ihr Eigenbau-PC ? 1 GB Arbeitsspeicher ist derzeit Standard, 2 GB reichen auch für anspruchsvolle Anwendungen (Videobearbeitung, Spiele) Mehr ist unter Windows XP/Vista (32 Bit) nicht sinnvoll, da es effektiv nur knapp über 3 GB RAM nutzen kann. Da alle aktuellen Chipsätze den Speicher im Zwei-Kanal-Verfahren ansprechen können, sollten Sie zwei identische Riegel erwerben. Setzen Sie beim Einkauf auf Markenspeicher - am besten informieren Sie sich, welche Module der Platinenhersteller im Handbuch oder auf seiner Webseite empfiehlt. 
 
 

Einbau 

 
Prozessor 
Legen Sie eine antistatische Unterlage auf eine ebene Fläche und darauf die Hauptplatine. Sie müssen den Prozessor nun in den CPU-Sockel auf der Platine einsetzen. 
 
Schritt 1: Wenn Sie eine Intel-CPU einbauen, müssen Sie zunächst die Schutzkappe vom Sockel entfernen. Für alle CPUs gilt: Entriegeln Sie jetzt den Sockel, indem Sie den Hebel leicht nach unten drücken, an der Arretierungsnase seitlich vorbeiführen und dann nach oben umlegen. Bei Intels Sockel 775 müssen Sie zusätzlich einen Schutzrahmen anheben, um den Sockel freizulegen.   
     
Schritt 2: Betrachten Sie nun den Sockel auf der Platine: In einer Ecke ist die Reihe der Pins nicht bis zum Rand geführt, so dass sich ein kleiner dreieckiger Bereich ohne Pins ergibt. Am Prozessor sehen Sie eine entsprechende, meist goldfarbende dreieckige Markierung: Setzen Sie den Prozessor ohne Kraftaufwand so in den Sockel, dass sich diese Markierung mit dem entsprechenden Bereich des Sockels deckt - nur auf diese Weise passt die CPU.    
     
Schritt 3: Nun schließen Sie bei einer Intel-CPU den Schutzrahmen. Dann drücken Sie den Sockel-Hebel wieder nach unten und klemmen ihn unter die Arretierungsnase.   
     
Schritt 4: Moderne PC-Prozessoren müssen gekühlt werden. Sie bekommen die CPUs auch als "Boxed"-Version inklusive Kühler - Sie zahlen dafür nur wenig mehr. Diese Kühllösungen sind zwar meist nicht besonders leise oder leistungsfähig. Je nach Einsatzzweck und Gehäuse können Sie damit aber gut zurechkommen. Soll der PC allerdings etwa im Wohnzimmer stehen oder ist das Gehäuse nicht ausreichend belüftet, sollten Sie eine angepasste Kühllösung gesonders anschaffen. Bevor Sie den Kühler montieren, müssen Sie in den meisten Fällen Wärmeleitpaste auf die CPU auftragen. Wärmeleitpasten gibt es in Spritzen oder kleinen Tuben mit zwei bis fünf Gramm Inhalt (Preis: 3 bis 7 Euro) Aktuelle Prozessoren schützen den Prozessorkern durch eine kleine Platte, die auch zur besseren Wärmeabfuhr dient (Heat Spreader). Auf diesen Heat Spreader geben Sie einen kleinen Tropfen der Wärmeleitpaste. Anschließend verstreichen Sie die Paste mit einer Rasierklinge, Kreditkarte oder festen Papier, bis ein hauchdünner Film den ganzen Heat Spreader bedeckt. Achtung: Häufig befindet sich auf dem Kühlkorper bereits Material zum Wämeleiten - meist in Form eines rechteckigen Thermalpads. In diesen Fall dürfen Sie keine Paste verwenden.  
 
Schritt 5: Nun kommt der Kühler auf die CPU. Intel Prozessor: Hier wird er über vier Druckstifte fixiert. Richten Sie den Kühler vor dem Aufsetzen so aus, dass das Kabel zum Lüfteranschluss auf der Platine nicht straff gespannt ist. An den Stiften sehen Sie eine trichterförmige Rille. Drehen Sie die Druckstifte am Kühler so, dass das schmälere Rillenende nach außen zeigt - dazu müssen Sie sie entgegen dem aufgezeichneten Pfeil drehen. Setzen Sie nun den Kühler auf den Prozessor, und drücken Sie nacheinander jeweils die zwei diagonal gegenüberliegenden Druckstifte nach unten. Schließlich verbinden Sie das Lüfterkabel mit dem Anschluss auf der Platine. Bei schweren Kühlern müssen Sie zuvor eine Halteplatte auf der Rückseite der Platine aufbringen.   
AMD: Bei Hauptplatinen für AMD-Prozessoren sollte sich das Haltemodul für den Kühler schon auf der Platte befinden. Je nach Lüfter müssen Sie es noch mit einer Rückenplatte verschrauben. Klinken Sie zunächst den Halteclip des Kühlers an einer Seite in die Arretierungsnase des Haltemoduls ein. Setzen Sie dann den Kühlkörper auf die CPU auf, drücken Sie ihn nach unten, und befestigen Sie den Halteclip auf der gegenüberliegenden Seite. Anschließend verschrauben Sie den Lüfter. 
 
Arbeitsspeicher Aktuelle Platinen haben vier Steckplätze für Speichermodule. Wenn Sie den Zwei-Kanal-Modus nutzen wollen, müssen Sie den Arbeitsspeicher jewals in die gleichfarbigen Slots einsetzen und idealerweise identische Module verwenden. Falls Sie nur einen Riegel haben, setzen Sie ihn in den Steckplatz, der im Handbuch mit Slot 1 oder Dimm 1 bezeichnet ist. Zum Einsetzen drücken Sie die Halteclips an den Steckplätzen nach außen. Vergewissern Sie sich, dass die Ram-Riegel richtig herum einsetzen. DDR2-Riegel haben leicht versetzt von der Mitte eine Aussparung - sie passen daher nur in eine Richtung in den Steckplatz. Drücken Sie nun den Riegel mit den Daumen nach unten in den Steckplatz - dabei dürfen Sie durchaus etwas Kraft anwenden. Die Halteclips springen dann in die seitlichen Aussparungen des Riegels - eventuell müssen Sie dabei noch etwas nachhelfen.    
 
Hauptplatine Erst wenn Sie Prozessor und Speicher installiert haben, sollten Sie die Platine ins Gehäuse einbauen. Vor dem Einsetzen der Platine sollten Sie störende Kabel im Gehäuse - zum Beispiel die des Netzteils zur Seite binden, um Platz zum Arbeiten zu haben. Beim Einbau in ein ATX-Gehäuse muss die Platinenseite mit den externen Anschlüssen für Drucker, USB, Audio und sofort zur Rückseite ausgerichtet sein. Entsprechend liegen die RAM-Steckplätze zur Gehäusefront. In der Gehäusewand auf der Sie die Platte montieren, befinden sich Bohrungen, in die Sie die Platine direkt verschrauben oder Abstandhalter aus Metall oder Plastik einsetzen, die mit dem Gehäuse mitgeliefert wurden. Entfernen Sie nun die ATX-Blende auf der Rückseite des Gehäuse, und passen Sie stattdessen die Blende ein, die der Platine bei liegt. Passen Sie nun die externen Anschlüsse der Platine in die entsprechenden Aussparungen der neuen Blende ein - eventuell müssen Sie dazu die Haltelaschen an der Blende zur Seite biegen, damit sie die Buchsen nicht blockieren. Anschließend verschrauben Sie die Platine mit dem Gehäuse. Schließlich verbinden Sie noch die Anschlüsse für die Gehäusefront - zum Beispiel die Einschalt - und Reset-Taste, den PC-internen Lautsprecher oder die LEDs für PC- und Festplattenaktivität mit den entsprechenden Pins auf der Platine - deren Lage ist im Mainboard-Handbuch verzeichnet.  
 
 
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